Auf fast jeder Firmenwebsite endet der Weg zum Kunden an einem Formular. Name, E-Mail, Telefon, Betreff, Nachricht. Wer es ausfüllt, muss vorher wissen, was er braucht, und es in Ihren Worten sagen. Wer das nicht kann, schreibt „Bitte um Rückruf“ oder geht. Der klassische Ausweg heißt Leadmagnet: eine Checkliste oder ein Whitepaper gegen die E-Mail-Adresse. Damit haben Sie eine Adresse, aber noch keine Anfrage.
Mit KI geht ein dritter Weg: Der Interessent beschreibt sein Anliegen so, wie er es selbst sagen würde, und bekommt sofort etwas zurück, das nur für ihn gilt. Dieser Artikel zeigt drei solche Einstiege, die bei uns live laufen, die Regeln, nach denen wir sie bauen, und wann ein normales Formular die bessere Wahl ist. Und er ist selbst einer: Weiter unten können Sie mit einem Satz über Ihr Geschäft ausprobieren, was so ein Einstieg bei Ihnen machen würde.
Kontaktformular
- Besuchermuss wissen, was er braucht
- Zwanzig Felderin Ihrer Fachsprache
- Anfrageoft „Bitte um Rückruf“
Die Arbeit liegt beim Besucher. Wer sein Projekt nicht einordnen kann, bricht ab oder schreibt einen Satz, aus dem Sie im Telefonat erst eine Anfrage machen.
PDF gegen E-Mail
- Besucher
- Checklistefür alle dieselbe
- E-Mail-Adresseohne Projekt dahinter
Sie bekommen eine Adresse, aber nichts über das Vorhaben. Ob daraus ein Kunde wird, zeigt sich erst nach Wochen Nachfassen.
KI-Einstieg
- Besucherein Satz, eine Adresse, eine Frage
- Ergebnis sofortnur für sein Projekt
- Anfrage mit Inhaltgeprüft und ergänzt
Der Besucher sieht zuerst, was er bekommt. Die Anfrage, die danach bei Ihnen ankommt, ist schon sortiert.
Was ist ein KI-Leadmagnet?
Ein Leadmagnet ist alles, wofür ein Besucher Ihnen freiwillig seine Kontaktdaten gibt. Bei einem KI-Leadmagneten ist das kein Dokument, sondern ein Ergebnis: Der Besucher gibt etwas Eigenes ein, ein Modell wertet es aus, und er sieht sofort, was das für ihn heißt. Erst danach, wenn er weitermachen will, fragt die Seite nach Name und E-Mail.
Der Unterschied liegt in der Reihenfolge. Das Formular will zuerst etwas, die Checkliste auch. Der KI-Einstieg gibt zuerst etwas. Und weil der Besucher dabei sein eigenes Projekt beschrieben hat, wissen Sie am Ende mehr als nur seine Adresse.
Drei Beispiele, die bei uns live laufen
die macher: ein Satz wird zur Anfrage mit Gewerken
die macher ist unsere Vermittlungsplattform für Sanierung und Umbau: Kunden beschreiben ihr Projekt, Handwerksbetriebe aus dem Partnernetz führen es aus. Wer dort ein Projekt anfragt, weiß selten, welche Gewerke er braucht. Statt einer Liste zum Ankreuzen steht auf der Startseite deshalb ein Feld: „Beschreiben Sie Ihr Projekt in einem Satz.“ Per Text oder, nach Zustimmung, per Sprache.
Der KI-Einstieg von die macher. Aus dem Satz leitet das Modell Projektart und Gewerke ab.
Aus „Wir wollen das Bad im Obergeschoss komplett neu machen“ wird eine Projektart, eine Liste von Gewerken in der Reihenfolge, in der sie auf der Baustelle arbeiten, je ein Satz zum Umfang und höchstens eine Rückfrage, etwa nach der Größe des Bades. Der Kunde sieht das als Gewerke-Netz, ändert, was nicht stimmt, und schickt die Anfrage ab. Wer keine KI nutzen will, geht am Feld vorbei direkt zum Formular.
Shopify-Check: eine Adresse wird zum Befund
Beim Shopify-Check gibt ein Shopbetreiber nur die Adresse seines Shops ein. Der Check liest öffentliche Seiten, prüft Sprachen, Google-Verknüpfung, Ladezeit und Apps und zeigt die ersten Befunde, während er läuft. Die wichtigsten drei stehen ausgeschrieben da, ohne Anmeldung.
- Shop-Adressedas einzige Feld
- Prüfung liveFortschritt sichtbar
- Erste Befundefrei, ohne Anmeldung
- Erst hier: DatenE-Mailfür alle Befunde mit Lösung
- BestätigungDouble-Opt-in
- Gesprächmit dem Befund auf dem Tisch
Erst wer alle Befunde mit Lösungsweg sehen will, gibt seine E-Mail-Adresse an und bestätigt sie. Bei uns kommt dann keine nackte Adresse an, sondern ein Shop mit Befund. Das erste Gespräch fängt deshalb nicht bei „Was machen Sie eigentlich?“ an, sondern beim größten Befund.
KI-Antwort in den FAQ: eine Frage wird beantwortet
Auf unserer Startseite ist die letzte Zeile der häufigen Fragen ein Eingabefeld. Wer eine Frage hat, die oben nicht steht, tippt sie ein und bekommt eine Antwort aus den Inhalten dieser Website, mit Link auf die passende Seite. Das ist kein Leadmagnet im engeren Sinn, weil nichts gegen Daten getauscht wird. Aber es fängt die Besucher auf, die sonst mit einer offenen Frage gehen.
Ausprobieren mit Ihrem Geschäft
Statt eines vierten Beispiels von uns: eines von Ihnen. Beschreiben Sie in einem Satz, was Ihre Kunden anfragen. Die KI zeigt, wie ein Kunde bei Ihnen schreiben könnte und was ein KI-Einstieg daraus macht.
So funktioniert auch dieser Kasten: erst das Ergebnis, Kontaktdaten erst, wenn Sie weitermachen wollen.
Was ein guter KI-Einstieg braucht
Alle drei Beispiele folgen denselben Regeln. Sie stammen nicht aus einem Lehrbuch, sondern aus dem, was beim Bauen schiefgehen kann.
- Eine enge Aufgabe mit fester Antwortform. Das Modell bei die macher darf nur Gewerke aus einer festen Liste wählen und muss in ein festes Schema antworten. Es schreibt keine Preise, keine Namen, keine Zusagen. Je enger die Aufgabe, desto verlässlicher das Ergebnis.
- Das Ergebnis ist ein Vorschlag. Der Kunde sieht, was die KI abgeleitet hat, und ändert es vor dem Absenden. Entschieden wird nichts automatisch.
- Ein Weg ohne KI. Wer nicht tippen will, keine KI möchte oder dessen Mikrofon gesperrt ist, kommt trotzdem zur Anfrage.
- Als KI erkennbar. Der Besucher weiß, dass ein Modell antwortet. Der EU AI Act verlangt das in Art. 50 für solche Systeme, und es ist ohnehin fair.
- Keine Kontaktdaten ans Modell. Ausgewertet wird nur der Text oder die Adresse, nicht Name, E-Mail oder Telefon. Was wohin geht, steht in der Datenschutzerklärung.
- Erst geben, dann fragen. Name und E-Mail kommen nach dem ersten Ergebnis, nicht davor. Wer an dieser Stelle aussteigt, hätte das Formular auch nicht ausgefüllt.
- Eine Grenze für Missbrauch und Kosten. Jeder Aufruf kostet Geld. Bot-Schutz, eine Obergrenze je Besucher und ein festes Monatsbudget gehören von Anfang an dazu, nicht erst nach der ersten Rechnung.
Was danach mit der Anfrage passiert
Der Einstieg ist die halbe Arbeit. Die andere Hälfte ist, was bei Ihnen ankommt. Weil der Besucher sein Projekt schon beschrieben hat und die KI es sortiert hat, landet die Anfrage strukturiert im System: Projektart, Gewerke, Umfang bei die macher, Shop und Befunde beim Shopify-Check. Bei uns geht eine bestätigte Check-Anfrage direkt ins CRM, mit einer ersten Einschätzung, wie gut der Shop zu uns passt.
Das spart nicht nur Tipparbeit. Sie sehen vor dem ersten Anruf, worum es geht, und können entscheiden, wer anruft und mit welchem Vorschlag.
Wann sich das nicht lohnt
Ehrlich gesagt: nicht für jede Website. Ein KI-Einstieg lohnt sich, wenn Ihre Kunden ihr Anliegen schwer selbst einordnen können und Sie heute im ersten Telefonat vor allem sortieren. Handwerk, Planung, Beratung, alles mit mehreren Bausteinen.
Er lohnt sich nicht, wenn Ihre Anfragen fast nur über Empfehlungen kommen, wenn Ihr Angebot aus drei klaren Paketen besteht oder wenn auf der Website kaum jemand ankommt. Dann reicht ein gutes, kurzes Formular, und das Geld steckt man besser in etwas anderes. Wie Sie solche Stellen generell finden, steht in KI für den Mittelstand.
Was ist ein KI-Leadmagnet?
Ein Angebot auf der Website, bei dem der Besucher etwas Eigenes eingibt, etwa einen Satz zu seinem Projekt oder die Adresse seines Shops, und sofort ein persönliches Ergebnis bekommt. Kontaktdaten fragt die Seite erst danach ab, wenn er weitermachen will.
Ist ein KI-Einstieg besser als ein Kontaktformular?
Wenn Ihre Kunden ihr Anliegen schwer selbst beschreiben können, ja: Die KI sortiert, der Kunde prüft, und Sie bekommen eine Anfrage mit Inhalt. Bei einfachen, klaren Angeboten ist ein kurzes Formular die bessere Wahl.
Was kostet der laufende Betrieb eines KI-Einstiegs?
Jede Auswertung ist ein Modellaufruf und wird nach Verbrauch abgerechnet. Wie viel das im Monat ist, hängt von Modell, Textlänge und Besucherzahl ab. Entscheidend ist, die Kosten zu deckeln: Bot-Schutz, eine Grenze je Besucher und ein festes Monatsbudget.
Darf ich KI auf meiner Website für Anfragen einsetzen?
Ja, wenn Sie offenlegen, dass ein KI-System antwortet, nur verarbeiten, was für die Auswertung nötig ist, und das in der Datenschutzerklärung beschreiben. Die Entscheidung über die Anfrage sollte beim Kunden und bei Ihnen liegen, nicht beim Modell.
Was passiert, wenn die KI falsch liegt?
Deshalb ist das Ergebnis ein Vorschlag: Der Kunde sieht es vor dem Absenden und ändert, was nicht stimmt. Eine enge Aufgabe mit fester Auswahl, etwa nur Gewerke aus einer Liste, macht Fehler selten und leicht erkennbar.
